Stellungnahme von Dr. Carolin Wagner, MdB zum Schaeffler-Stellenabbau

03. November 2026

„Auch wenn Regensburg im Vergleich zu anderen Standorten moderater betroffen ist, ist das für die Menschen hier keine kleine Nachricht. Hinter jedem der 113 betroffenen Arbeitsplätze stehen Menschen, Familien und persönliche Zukunftsperspektiven. Deshalb darf man diese Zahl nicht einfach als Teil eines konzernweiten Sparprogramms betrachten.

Arbeitsplatzabbau kann immer nur die letzte Option sein. Bevor Arbeitsplätze gestrichen werden, müssen alle Möglichkeiten geprüft werden, Beschäftigung zu sichern und alternative Lösungen zu finden. Dafür braucht es einen offenen und ernsthaften Dialog mit den Beschäftigten und eine frühzeitige, umfassende Beteiligung des Betriebsrats. Die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen.

Positiv ist, dass Regensburg weiterhin eine strategisch wichtige Rolle im Schaeffler-Konzern spielt. Der Standort soll auch künftig dazu beitragen, neue Märkte und Technologiefelder für das Unternehmen zu erschließen. Das ist ein wichtiges Signal: Regensburg hat sich zu einem Innovationsstandort entwickelt, dessen Kompetenzen auch für die Zukunft des Unternehmens von Bedeutung sind. Diese Perspektive muss jetzt mit Leben gefüllt werden. Neue Geschäftsfelder und technologische Innovationen müssen auch neue Beschäftigungsperspektiven in Regensburg schaffen. Es darf nicht dabei bleiben, dass Arbeitsplätze in traditionellen Bereichen abgebaut werden, ohne dass daraus eine verlässliche Zukunft für die Beschäftigten entsteht.

Mein Anspruch ist klar: Wir brauchen eine starke industrielle Basis in Regensburg, gute und sichere Arbeitsplätze und eine aktive Gestaltung des Strukturwandels. Die Beschäftigten haben mit ihrer Kompetenz und ihrem Einsatz wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Sie müssen auch bei der Gestaltung seiner Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Diesen Dialog mit den Beschäftigten und mit den Gewerkschaften erwarte ich von unseren Unternehmen – und zwar nicht nur in Krisenlagen!“

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