Carolin Wagner: Verlautbarungen des UKR verkennen Tarifautonomie

27. Januar 2026

Am 26.01.2026 veröffentlichte das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) eine Pressemitteilung, wonach auf Grund eines Streikes der Gewerkschaft ver.di die Versorgung von Patientinnen und Patienten am 27. u. 28. Januar eingeschränkt werden muss. Die Erklärung des UKR verkennt nach Ansicht von Dr. Carolin Wagner, MdB in gefährlicher Weise die Tarifautonomie der Bundesrepublik Deutschland.

In der laufenden Tarifrunde der Länder hat die Gewerkschaft ver.di zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem bislang kein Ergebnis erzielt werden konnte. Diese Warnstreiks treffen am Dienstag und Mittwoch dieser Woche das Uniklinikum Regensburg. Die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg erklärt hierzu: „Es ist selbstverständlich nie gut, wenn Behandlungen aufgrund eines Streiks zurückgestellt werden müssen. Aber es kann auch nicht im Sinne der Patientinnen und Patienten sein, wenn die Arbeitsbedingungen und die Gehälter der Beschäftigten schlecht sind. Das trifft die Erkrankten am Ende viel stärker!“ Die Notfallversorgung sei außerdem durchgehend sichergestellt.

Carolin Wagner hält die Presseaussendung des UKR für irreführend: „Das sind schrille Töne, die völlig an der Sache vorbei gehen. Die Darstellung ist stellenweise erschütternd unsachlich.“ Die Öffentlichkeit ist sich sehr bewusst, dass der Fachkräftemangel und der Pflegenotstand in Deutschland reale Probleme sind. Die Gewerkschaft tut, was ihre Aufgabe ist: Sie vertritt die Beschäftigten und fordert bessere Arbeitsbedingungen: „Es ist lächerlich, dass das UKR betont, dass „Patientinnen und Patienten die Leidtragenden“ seien! Die Arbeitgeberseite könnte den Streik sofort beenden und sich in den Verhandlungen konstruktiver zeigen: „Von oben herab mit dem Finger auf die Beschäftigten zeigen, ist nicht zielführend“, so Wagner.

Die sozialdemokratische Abgeordnete rät zu mehr Realitätssinn: „Die hohe Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems besteht nicht trotz, sondern wegen der Möglichkeit zu streiken. Die Tarifautonomie ist ein beispielloses Erfolgsmodell. Von guten Tarifverträgen profitieren Beschäftigte, Patientinnen und Patienten und am Ende auch das UKR selbst: Wenn es faire Arbeitsbedingungen gibt, steigt auch die Qualität der Arbeit. Das sollte doch im Sinne der Klinikleitung sein.“

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